So können wir helfen

wenn Sie es wollen

 

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Möglichkeiten im Überblick

 

6.2 Voraussetzung für eine Kinderwunschbehandlung

6.3 So sieht der zeitliche Ablauf aus

Manchmal stellt es sich schon nach der ersten Befragung heraus: Der Geschlechtsverkehr war zu selten oder zur falschen Zeit. Zykluskontrolle und Sex zum richtigen Zeitpunkt helfen dann schon. Hat sich aber eine Störung der Eizellreifung herausgestellt, ist meist die Gabe von Medikamenten nötig.

 


Hormonelle Stimulation

Die Hormonbehandlung der Frau beginnt meist am dritten Zyklustag, d.h. am dritten Tag der Monatsblutung. Täglich wird eine bestimmte Menge Fruchtbarkeitshormone gespritzt. Die Hormonbehandlung ist mit verschiedenen Präparaten möglich: Einige Präparate (Menotropin) enthalten zwei Hormone, nämlich LH (luteinisierendes Hormon) und FSH (follikelstimulierendes Hormon). Nicht immer ist LH zur Zyklusstimulation notwendig. Viele Frauen bilden selbst genug davon. In diesem Fall steht hochreines FSH zur Verfügung (z.B. Follitropin). Hochreines FSH muss nicht in den Muskel, sondern kann unter die Haut gespritzt werden. Dies können Sie selbst oder Ihr Partner tun, wenn Sie es möchten.

Ab dem 8. Zyklustag kontrollieren wir die Eizellreifung mittels Ultraschall und Blutuntersuchungen. Die Dosis des Hormons wird entsprechend dem Erfolg angepasst. Ist der Follikel groß genug, wird der Eisprung mit einem weiteren Hormon, dem humanen Choriongonadotropin (hCG), ausgelöst.

 

Anschließend erfolgt die Befruchtung entweder durch Geschlechtsverkehr oder mit Hilfe der Insemination.

Insemination
Die Insemination wird häufig dann durchgeführt, wenn die Samenzellen das Problem darstellen. Sind Anzahl und Beweglichkeit eingeschränkt oder sind sie verformt, bringt die Insemination durch das Verkürzen des Weges zur Eizelle den gewünschten Erfolg. Über einen dünnen Schlauch (Katheter) werden die Spermien zum Zeitpunkt des Eisprungs direkt in die Gebärmutter eingeleitet. Dazu muss der Samen zuvor aufbereitet werden. Hauptsächlich gesunde und aussichtsreiche Spermien werden dadurch angerichtet und für die Insemination eingesetzt.

In der Regel ist gleichzeitig eine Stimulation der Eizellreifung sinnvoll. Meistens dann, wenn zusätzlich zur eingeschränkten Fruchtbarkeit des Mannes auch Zyklusstörungen der Frau vorliegen, oder die schlechte Spermienqualität durch das Vorhandensein mehrerer Eizellen (1-3) ausgeglichen werden soll.

 

 

In-vitro-Fertilisation (IVF)
Besteht keine Aussicht, dass Sie mit den bisher geschilderten Möglichkeiten schwanger werden, bietet sich die In-vitro-Fertilisation an. Dies ist der Fall, wenn z.B. die Eileiter irreparabel geschädigt sind, eine Endometriose vorliegt, die Zeugungsfähigkeit des Mannes deutlich eingeschränkt ist, die Sterilität durch die Bildung von Antikörpern bedingt ist oder keine Ursache gefunden werden konnte.

Bei dieser Form der Behandlung erfolgt die Befruchtung außerhalb des Mutterleibes: Ei- und Samenzellen werden in einer Glasschale zusammengebracht und nach der Befruchtung über einen dünnen Schlauch (Katheter) zurück in die Gebärmutter gegeben.

 

In einem ersten Schritt werden die Eierstöcke mit Fruchtbarkeitshormonen zur Reifung mehrerer Eizellen angeregt. Dies erhöht die Erfolgsaussichten der Behandlung. Es werden die gleichen Präparate wie bei einer normalen Stimulation verwendet, jedoch in höherer Dosierung

Gewonnen wurden die Präparate bislang aus dem Urin von Frauen, die in den Wechseljahren sind. Seit 1996 gibt es aber auch biotechnologisch hergestellte Fruchtbarkeitshormone (Follitropin), die durch absolute Reinheit gekennzeichnet sind. Es wird weniger Hormon zur Stimulation benötigt. Die Präparate haben immer die gleiche Qualität.

 

Mit Hilfe des Ultraschalls und einer feinen Nadel werden die Eizellen meist durch die Scheide gewonnen. Anschließend werden die gewonnenen Eizellen mit den Samenzellen in einer Nährflüssigkeit im Labor zusammengebracht.

In der Regel verbleiben Ei- und Samenzellen 24 Stunden in einem Wärmeschrank bei 37(o) C. Nach dieser Zeit prüfen wir, ob es zu einer Befruchtung gekommen ist. Wenn ja, übertragen wir nach weiteren 24 Stunden maximal drei befruchtete Eizellen in die Gebärmutterhöhle (Embryotransfer).

 

 

Das Einfrieren von Eizellen (Kryokonservierung)

 

Nach der hormonellen Stimulation lassen sich durchschnittlich 3 bis 10 Eizellen gewinnen. Dies ist auch gewünscht, da nicht alle Eizellen für die Befruchtung geeignet sind. Pro Zyklus dürfen maximal 3 befruchtete Eizellen in die Gebärmutter übertragen werden, um das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft zu begrenzen.

Wenn die Spermien in mehr als 3 Eizellen eingedrungen sind, aber noch keine Verschmelzung der Erbanlagen stattgefunden hat (Vorkernstadium), besteht die Möglichkeit, diese Zellen einzufrieren, sofern sie dafür als geeignet erscheinen. Solange die Erbinformationen von Vater und Mutter noch nicht verschmolzen sind, gilt die Eizelle mit dem Spermium noch nicht als Embryo, also noch nicht als "werdendes Leben".

 

Die Eizellen können in späteren Zyklen aufgetaut und - wie üblich, nach der Verschmelzung, also im Embryonalstadium - in die Gebärmutter übertragen werden. Das Verfahren ist bewährt und sicher, führt jedoch möglicherweise zu niedrigeren Schwangerschaftsraten als bei nicht tiefgefrorenen Eizellen. Auch entwickeln sich nicht alle aufgetauten Eizellen zu Embryonen weiter.

 

Mikro-Injektion (ICSI)

 

Die Mikro-Injektion ist eine Weiterentwicklung der In-vitro-Fertilisation. Ebenso wie bei der IVF werden der Frau nach einer Hormonstimulation mehrere reife Eizellen entnommen. Unter einem speziellen Mikroskop wird dann ein einzelnes Spermium in eine dünne Pipette aufgezogen und direkt in die Eizelle eingebracht. Das Verfahren heißt deshalb auch intracytoplasmatische Spermieninjektion, kurz ICSI.

Diese Methode ist besonders erfolgreich, wenn die Ursache für die Kinderlosigkeit beim Mann liegt, z.B. weil er nur wenige Spermien produziert oder die vorhandenen kaum beweglich sind. Bei der Befruchtung in der Glasschale schaffen es diese Spermien nicht, die Hülle zu durchdringen, von der die Eizelle umgeben ist. Die Mikro-Injektion ahmt somit den natürlichen Vorgang des Eindringens einer Samenzelle in die Eizelle nach. Die eigentliche Befruchtung, nämlich das Verschmelzen der väterlichen und mütterlichen Erbanlagen, ist davon nicht betroffen.

 

MESA /TESE

Ist überhaupt kein Spermium im Samenerguss vorhanden, z.B. bei inoperablen Samenleiterverschlüssen oder nach Tumoroperationen, heißt dies nicht, dass die Medizin am Ende ist. Oft befinden sich befruchtungsfähige Spermien im Nebenhoden oder Hoden.

 

MESA steht für epididymale Spermienaspiration und meint die Gewinnung von Spermien aus dem Nebenhoden. TESE steht für testikuläre Spermienextraktion. Dabei wird eine Gewebeprobe (Biopsie) aus dem Hoden entnommen. Durch diese Verfahren können in bis zu 75% der Fälle doch noch Spermien gefunden werden. Beide Verfahren werden mit der Mikro-Injektion kombiniert. Die Entnahme des Hoden- oder Nebenhodengewebes ist ein kleiner chirurgischer Eingriff. Das Gewebe kann anschließend tiefgefroren werden. Die Entnahme ist oft nur einmal notwendig.

Das Einfrieren von Eizellen (Kryokonservierung)

 

Nach der hormonellen Stimulation lassen sich durchschnittlich 3 bis 10 Eizellen gewinnen. Dies ist auch gewünscht, da nicht alle Eizellen für die Befruchtung geeignet sind. Pro Zyklus dürfen maximal 3 befruchtete Eizellen in die Gebärmutter übertragen werden, um das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft zu begrenzen.

 

Voraussetzungen für eine Kinderwunschbehandlung

 

Folgende Voraussetzungen müssen für eine medizinisch unterstützte Befruchtung erfüllt sein

Sie müssen in der Regel verheiratet sein.

Ihr HIV-Test muss negativ sein.

Als Frau sollten Sie jünger als 40 Jahre (Ausnahmefälle 45 Jahre) sein und einen ausreichenden Schutz gegen eine Rötelinfektion haben.

Es dürfen nur Ei- und Samenzellen der Ehegatten verwendet werden.

Ihre Kinderlosigkeit ist mit anderen Maßnahmen nicht zu beheben.

 

 

So sieht der zeitliche Ablauf aus.

Nicht immer sind die Ursachen so schnell gefunden, dass sofort eine Behandlung beginnen kann. Jede Behandlung muss sorgfältig geplant werden. Besonders die IVF- und ICSI-Behandlungen erfordern eine perfekte Zeiteinteilung. Denken Sie also eher langfristig, so vermeiden Sie Enttäuschungen und Frustration.

 

Die IVF-Behandlung besteht aus verschiedenen Phasen, die wir Ihnen im folgenden schildern wollen. Natürlich wird jede Behandlung individuell auf Sie abgestimmt. Deshalb kann es im Einzelfall auch zu Abweichungen von dem hier skizzierten Ablauf kommen.

Vorbereitungsphase
In den meisten Fällen beginnt die Behandlung in der zweiten Zyklushälfte vor dem eigentlichen Stimulationsbeginn. Durch die Gabe bestimmter Medikamente, sogenannter GnRH-Analoga, wird vorübergehend die körpereigene Produktion an Fruchtbarkeitshormonen reduziert. Wir nennen diesen Vorgang Down-Regulation. Damit lässt sich der Stimulationszyklus besser steuern. Ein möglicherweise vorzeitiger Eisprung wird verhindert. Zusätzlich kann der optimale Zeitpunkt für die Auslösung des Eisprungs gewählt werden. Diese Methode ist weltweit seit vielen Jahren im Einsatz und hat zu einem deutlichen Rückgang der abgebrochenen Behandlungszyklen geführt.

 

 

Daran müssen Sie denken....

Nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt sollten Sie zu Beginn des Zyklus telefonischen Kontakt mit der Praxis aufnehmen und sich einen Termin für die Down-Regulation geben lassen. Mit der Down-Regulation wird in der Regel zwischen dem 18. und 23. Zyklustag (Long Protokoll) oder am 1.Blutungstag des Stimulationszyklus (Short Protokoll) begonnen.

Bitte rufen Sie zu Beginn des Stimulationszyklus in der Praxis an, auch dann, wenn die Blutung zum erwarteten Zeitpunkt ausbleibt. Um den Erfolg der Down-Regulation zu kontrollieren, ist manchmal noch eine Ultraschalluntersuchung oder eine Hormonbestimmung notwendig.

 

 

Stimulationsphase

Die eigentliche Stimulation der Eierstöcke mit follikelstimulierendem Hormon (FSH) beginnt meistens am dritten Tag des Zyklus. Durch die hormonelle Stimulation regen wir mehrere Follikel zum Wachstum an, mit dem Ziel, auch mehrere Eizellen zu gewinnen. Dies erhöht die Chancen der Behandlung. Die Stimulation dauert etwa 11 bis 13 Tage. Während dieser Zeit wird Ihnen täglich eine bestimmte Menge Hormon gespritzt. Bei hochreinem FSH können Sie oder Ihr Partner dies selbst tun, wenn Sie es wollen, und müssen dann nicht jeden Tag zum Arzt.

Daran müssen Sie denken....

 

Die Medikamente müssen täglich gespritzt werden, am besten immer zur gleichen Tageszeit. Nach ungefähr 7 Stimulationstagen kontrollieren wir mehrmals die Eizellreifung durch Ultraschall und Hormone im Blut, um den günstigsten Zeitpunkt zur Gewinnung reifer befruchtungsfähiger Eizellen herauszufinden.

 

Auslösen des Eisprungs

Sobald die Untersuchungen zeigen, dass der optimale Zeitpunkt zum Auslösen des Eisprungs gekommen ist, in der Regel nach 11 bis 13 Stimulationstagen, wird die FSH-Behandlung abgesetzt. Anschließend wird der Eisprung durch eine hCG-Spritze ausgelöst.

 

Daran müssen Sie denken....

Am späten Abend ist die hCG-Spritze "fällig". Auch diese Spritze können Sie sich selbst unter die Haut spritzen oder von Ihrem Partner spritzen lassen.

 

 

Eizellentnahme

34-36 Stunden später, d.h. am übernächsten Tag nach der hCG-Spritze, werden die Follikel mit Hilfe der Ultraschalltechnik und einer feinen Nadel meist durch die Scheide gewonnen (Follikelpunktion). Um Ihnen diesen Eingriff zu erleichtern, wird Ihnen entweder ein kleines Schmerz- oder Beruhigungsmittel oder eine schwache Narkose verabreicht.

 

Daran müssen Sie denken....

Bitte kommen Sie am Punktionstag nüchtern zum vereinbarten Termin zusammen mit Ihrem Partner in die Praxis. Ihr Partner wird gebeten, eine durch Masturbation gewonnene Samenprobe im Labor abzugeben. Sollte es hier Schwierigkeiten geben, sprechen Sie uns offen an. Es wird sich ein Weg finden, der für Ihren Partner akzeptabel ist. Nach der Punktion bleiben Sie noch ein paar Stunden in der Praxis und können dann anschließend nach Hause. Am nächsten Tag vereinbaren wir mit Ihnen telefonisch, in Abhängigkeit des Ergebnisses der Befruchtung, einen Termin für den Embryotransfer.

 

 

Embryotransfer

Ist im Nährmedium mindestens ein Embryo herangereift, wird dieser in einem dünnen biegsamen Katheter in die Gebärmutterhöhle oder in den intakten Eileiter übertragen. Diese Übertragung ist im allgemeinen schmerzlos. Pro Transfer werden maximal drei befruchtete Eizellen übertragen. Ob Ihr Mann beim Embryotransfer dabei ist, sollten Sie gemeinsam entscheiden.

 

Gelbkörperphase / 2. Zyklushälfte

Nun beginnt die lange Zeit des Wartens, die oft schwierig zu ertragen ist, weil sie mit großer innerer Anspannung und Unruhe verbunden sein kann. Auch wenn es schwer fällt, versuchen Sie ruhig zu sein und ein "normales Leben" zu führen. Körperlich sollten Sie sich etwas schonen und eine starke Temperaturerhöhung oder Kreislaufbelastung vermeiden; dies beinhaltet Saunabesuche, heiße Wannenbäder bzw. intensive Sonnenbäder und extreme sportliche Aktivitäten. Medikamentös wird die 2. Zyklushälfte oft entweder durch hCG-Spritzen oder durch Progesteron in Form von Zäpfchen oder ebenfalls Spritzen unterstützt. Zwei Wochen nach dem Embryotransfer wird ein Schwangerschaftstest durchgeführt. Sollte dieser positiv sein und die Periode weiterhin ausbleiben, erfolgt etwa drei Wochen später eine Ultraschalluntersuchung, zur klinischen Bestätigung der Schwangerschaft.

 

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