Ärzte-News

NEWSLETTER 1/2015

Newsletter zum Download (Hier Klicken [284 KB] )



Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich darf Sie an dieser Stelle schon auf unsere Herbsttagung am 31. Oktober 2015 hinweisen. Die persönliche Einladung für Sie und Ihr Team wird mit gesonderter Post erfolgen. Am Vormittag wird es spezielle Vorträge für die Mitarbeiterinnen Ihrer Praxis geben.

Wir haben diesmal die Themen Social Freezing, Fertiprotektion, PCO, AntiAging, PID und andrologische Themen, sowie Kommunikation in der Praxis und ärztliche Vorsorge in unsere Tagung gepackt und hoffen, dass auch für Sie interessante Fragen aufgeworfen werden.

Für unsere Herbsttagung hat die Landesärztekammer Baden-Württemberg
8 Fortbildungspunkte anerkannt und wir hoffen Sie nach der Tagung auch beim Festabend in der Villa Haag mit Live-Musik persönlich begrüßen zu dürfen.

vorläufiges wissenschaftliches Tagungsprogramm

08.15 Uhr Begrüßung
Dr. Mayer-Eichberger
08.20 Uhr Social Freezing - Medizinische Machbarkeit oder gesellschaftlicher Tribut
Dr. Mayer-Eichberger
09.00 Uhr Clinical Application of Oocyte
Vitrification:
Social Freezing and Egg Donation
Dr. Ortega Sánchez
09.40 Uhr Differentialdiagnose und –therapie des PCO-Syndroms bei Kinderwunsch
Dr. Lesoine
10.20 Uhr Pause
10.40 Uhr Krebserkrankung und Kinderwunsch: Gibt es Fortschritte?
Jana Liebenthron
11.20 Uhr Präimplantationsdiagnostik in
Deutschland 2015
Vera Baukloh
12.00 Uhr Plenary Lecture
Kann myo-Inositol das Altern des
Ovars verlangsamen?
Univ. Prof. Dr. Dr. Huber
13.00 Uhr Mittagspause
13.40 Uhr WHO-Kriterien des Spermiogramms
und Ihre Bedeutung für die KW-Therapie
Prof. Dr. Köhn
14.20 Uhr Welche Erkrankungen führen zur TESE
Dr. Wotzka
15.00 Uhr Anti Aging der Frau:
Stellenwert der HRT
Dr. Semm
15.40 Uhr Pause
16.00 Uhr Wie müssen Ärzte heute „Rechtliche
Vorsorge“ treffen
Werner Hoffmann
16.40 Uhr Kommunikationstypen in der
ärztlichen Praxis
N.N.
17.20 Uhr Abschlussdiskussion

19.00 Uhr Festabend in der Villa Haag

Ethikkommission für Präimplantationsdiagnostik

Ethikkommission für Präimplantationsdiagnostik bei der Landesärztekammer Baden-Württemberg etabliert

Die gemeinsame PID-Ethikkommission der Länder Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Thüringen zur Durchführung der Präimplantationsdiagnostik (PID) hat sich am 15. Juli 2015 konstituiert. Sie wurde gemäß Staatsvertrag bei der Landesärztekammer Baden-Württemberg eingerichtet.

Der Kommission gehören acht Mitglieder an: Vier medizinische Sachverständige aus den durch die Präimplantationsdiagnostik (PID) berührten Fachrichtungen, jeweils ein Sachverständiger oder eine Sachverständige der Fachrichtungen Ethik und der Fachrichtung Recht. Ferner jeweils ein Vertreter einer Organisation, die sich maßgeblich für die Wahrnehmung der Interessen der Patienten engagiert sowie ein Vertreter einer Organisation, die sich maßgeblich für die Wahrnehmung der Interessen der Selbsthilfe der Menschen mit Behinderungen engagiert. Jedes Mitglied hat zwei Stellvertreter. Zur Kommissions-Vorsitzenden wählten die Mitglieder einstimmig Dr. med. Gabriele du Bois, Fachärztin für Humangenetik aus Böblingen. Als erster stellvertretender Vorsitzender wurde Prof. Dr. Friedhelm Hufen aus Mainz gewählt.

Eine Zulassung für die PID haben in Baden-Württemberg nur zwei universitäre Zentren: das Klinikum Heidelberg und das Klinikum Freiburg. Indikationen für eine PID sind schwere genetische Erkrankungen mit meist tödlichem Ausgang, wie z. B. Muskeldystrophie Duchenne oder Mukoviszidose, u. ä..

Unsere Patienten-Infoabende 2. Halbjahr 2015

Unsere Patienten-Infoabende im 2. Halbjahr 2015, jeweils dienstags um 19:30h
08.09.2015 29.09.2015 13.10.2015 03.11.2015 17.11.2015 08.12.2015
im Kinderwunsch-Zentrum Stuttgart, Praxis Villa Haag Herdweg 69 70174 Stuttgart


NEWSLETTER 3/2014

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
das Jahr 2014 neigt sich dem Ende zu und ich möchte Ihnen für die
gute Zusammenarbeit und Ihr Vertrauen von ganzem Herzen danken.
Ihnen, Ihrer Familie und Ihren Mitarbeiterinnen wünsche ich ein
gesegnetes Weihnachtsfest und viel Kraft und Elan für das Neue Jahr.
Mit freundlichen kollegialen Grüßen
Dr. med. D.B. Mayer-Eichberger

APPLE - FACEBOOK - SOCIAL FREEZING

Fortschritt oder Gefahr? Freiheit oder Fehlsteuerung?

 

Social Freezing ist das neue Schlagwort der Presse.

Die amerikanische und die deutsche Öffentlichkeit ticken diesbezüglich unterschiedlich: während Amerika offen für Neues ist, hat Deutschland Bedenken. Abgründe tun sich auf werden die Frauen ausgebeutet? Werden sie in ihrer Freiheit eingeschränkt?

Frauen sollen ihre Kinder doch gefälligst rechtzeitig bekommen!

Das ist prinzipiell richtig, aber im Jahr 2014 weit weg von der gelebten Realität! Die Pille hat die Frauen befreit und ihnen die Wahl des Zeitpunktes für Familienplanung ermöglicht. Die Erfüllung der Berufs- und Partnerwahl hat diesen Zeitpunkt um etwa 10 Jahre nach hinten verlagert. Manche Frauen kommen so in die Enge und vielen Karriere-Frauen bleibt das Familienglück versagt. Das heißt, die Pille hat die Freiheiten der Frau einerseits vergrößert, andererseits sind die damit verbundenen Gefahren nicht zu vernachlässigen, wir sprechen von den vielen clock tickern .

Deshalb sind die Angebote von Apple und Facebook zukunftsweisend und es werden sich bald viele Nachahmer finden! Facebook und Apple fördern nicht nur Kinderwunschpaare, sondern auch Mütter durch Geburtsprämien von 4000 € und kostenlose Betriebs-Kitas. Hier liegen also familienfreundliche und zukunftsfördernde Arbeitsmodelle vor, die die Frauen in keiner Weise einseitig steuern wollen, sondern es geht um eine moderne Bindung von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Manipulationen im Sinne des Unternehmens und zu ungunsten der Frauen sind nicht beabsichtigt. Beruf und Familie sollen in Einklang gebracht werden.

Wir können also dem Verantwortungsbewusstsein unserer Frauen vertrauen. Sie sind die Entscheider. Das Prinzip Kinder lieber früher als später bleibt als hohes Gut erhalten und kann ohne Nachteile jederzeit realisiert werden. Was individuell gut ist, entscheidet allein das Kinderwunschpaar. Cogito ergo sum.           

 

Pro Selbstbestimmung, pro Social Freezing!





Kinderwunschberatung für lesbische Paare

Zunehmend werden Gynäkologen von lesbischen Paaren wegen Kinderwunsch aufgesucht.

Professionelle Angebote bieten Sicherheit in Bezug auf Infektionsrisiken und die Qualität des Spermas, sowie klare Regelungen zum Kontakt zwischen Kind und Samenspender. Die Spenderdaten werden in deutschen Samenbanken dokumentiert und sollen mind. 30 Jahre lang aufbewahrt werden. Ab dem 16. Lebensjahr kann das Kind Informationen zur Identität des Spenders bekommen.

Leider gibt es im Falle homosexueller Beziehungen noch keine klaren rechtlichen Regelungen.

Für die Verwendung von Spendersamen bei Frauen in heterosexuellen Beziehungen wurde 2002 gesetzlich festgelegt, dass beide Partner die Vaterschaft des sozialen Vaters nicht anfechten können, wenn beide in die Behandlung eingewilligt haben. Ein Kind, das in eine heterosexuelle Ehe hinein geboren wird, gilt nach dem gültigen Abstammungsrecht als das Kind beider Partner. Die Zustimmung zur Samenspende ist nicht widerrufbar. In einer nicht verheirateten heterosexuellen Beziehung ist eine Beabsichtigung der Anerkennung der Vaterschaft bereits vor der Geburt notariell möglich, so dass das Kind dann zwei unterhaltspflichtige Eltern hat. Damit sind mögliche Unterhaltsansprüche an andere Personen ausgeschlossen.

Bei lesbischen Frauen ist die Situation anders. Zwar hat das Kind nach der Stiefkind-Adoption durch die Co-Mutter ebenfalls zwei Elternteile, allerdings kann sie erst nach der Geburt des Kindes beantragt werden und auch nur, wenn die Co-Mutter mit der Mutter in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt. Das Kind kann frühestens acht Wochen nach der Geburt adoptiert werden; erfahrungsgemäß dauert der Prozess zwischen sechs Monaten und zwei Jahren.

Mutter und Co-Mutter übernehmen per Vertrag die finanzielle und soziale Verantwortung für das Kind und stellen Dritte, wie z. B. Samenbanken und Kinderwunschzentren etc., von finanziellen Ansprüchen frei.

Für nicht verheiratete lesbische Paare ist die Situation rechtlich bisher nicht ausreichend geklärt.

Bisher sind viele Paare ins Ausland gegangen, vorwiegend Dänemark und die Niederlande sind hierfür bekannt. Dieser Weg ist allerdings mit einer längeren Anreise verbunden, bedeutet zusätzliche Kosten und einen erheblichen Aufwand, der nur begrenzt im Voraus einzuplanen ist.

Die größte Samenbank der Welt in Kopenhagen verschickt Samen nach Deutschland, üblicherweise an Arztpraxen, aber auch für den Eigenbedarf. Für die Einfuhr von Samenzellen aus Dänemark ist keine spezielle Genehmigung erforderlich, da Dänemark der EU angehört.

Deutsche Samenbanken verschicken Samen ausschließlich an Arztpraxen.

 

 (siehe Pro Familia, Der Familienplanungsrundbrief, Nr. ¾, 2012)

Kinderwunsch Social Freezing Kinderwunsch lesbische Paare

Infoabends 1. Halbjahr 2015

Infoabend für Paare mit Kinderwunsch

Unsere Patienten-Infoabende im 1. Halbjahr 2015, jeweils dienstags um 19:30h

13.01.15   03.02.15   24.02.15   17.03.15   14.04.15   05.05.15   19.05.15   09.06.15   30.06.15   21.07.15

im Kinderwunsch-Zentrum Stuttgart, Praxis Villa Haag   Herdweg 69   70174 Stuttgart

ANMELDUNG Hier



Kostenübernahme der Krankenkassen

NEWSLETTER 07/2014

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

schätzungsweise jedes siebte Paar in Deutschland ist ungewollt kinderlos und benötigt eine Kinderwunschbehandlung (AOK-Bundesverband).

Sämtliche Diagnostik, um die Ursache des unerfüllten Kinderwunsches herauszufinden, wird komplett von der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung übernommen.

Laut Paragraf 27a des V. Sozialgesetzbuches sind folgende Voraussetzungen für die anteilige (in der Regel 50%ige) Kostenübernahme einer Kinderwunschbehandlung durch die gesetzliche Krankenkasse festgelegt:

Die Therapie muss notwendig sein im Sinne der Diagnosestellung.
Die Erfolgsaussicht muss gegeben sein (Schwangerschaftsraten 15%).
Frauen müssen mindestens 25 Jahre alt sein und dürfen den 40. Geburtstag nicht überschritten haben.
Männer müssen ebenfalls das 25. Lebensjahr vollendet haben und dürfen den 50. Geburtstag nicht überschritten haben.Das Paar muss verheiratet sein.
Das Paar muss negativ getestet sein auf Hepatitis und HIV und ein anderer als der behandelnde Arzt muss festgelegt haben, dass die geplante Therapie eine Erfolgsaussicht hat.

In der Regel werden bei o.g. Voraussetzungen bis zu acht Versuche einer Insemination im Spontanzyklus übernommen und bis zu drei Versuche einer Insemination nach hormoneller Stimulation. Desweiteren werden max. drei Versuche IVF (In-vitro-Fertilisation) oder drei Versuche ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) zu 50% übernommen. Bei allen Methoden dürfen nur Ei- und Samenzellen der Eheleute verwendet werden. Weiterhin muss die Behandlung medizinisch notwendig sein. So sind beispielsweise für ein Spermiogramm des Mannes genaue Grenzwerte festgelegt, damit die Krankenkasse von einer schweren Störung der männlichen Fertilität ausgeht.

Vor der Behandlung müssen die gesetzlich Versicherten die Kosten mit einem Behandlungsplan von ihrer Krankenkasse genehmigen lassen. Bei Z.n. Sterilisation ist die Kostenübernahme ausgeschlossen. Sog. Kryozyklen (= Aufbewahren von Zellen, die in flüssigem Stickstoff eingefroren sind) werden nicht von den Krankenkassen übernommen.

Führt die Behandlung zur Geburt eines Kindes, hat das Paar erneut Anspruch auf bis zu drei Behandlungen für das zweite Kind. Als Geburt gelten eine Lebend- oder Totgeburt, nicht jedoch eine Eileiterschwangerschaft oder ein Abort (letzteres entspricht auch einer Fehlgeburt mit weniger als 500g Geburtsgewicht; siehe www.familienplanung.de). In den zuletzt genannten Fällen kann zusätzlich dieser Versuch wiederholt werden.

Mittlerweile unterstützen die Krankenkassen individuelle Programme und übernehmen zusätzliche Kosten. So werden individuell Altersgrenzen verschoben (AOK Baden-Württemberg, AOK Nordwest und BKK Akzo Nobel > 39 Lebensjahre der Frau; BKK VBU <25 Lebensjahre der Frau) oder es wird der Anteil der Kostenübernahme von 50% auf bis zu 100% bewilligt (Bergische KK, IKK classic, IKK Gesund Plus und Knappschaft). Einige Krankenkassen verlangen für ihre Extraleistung, dass beide Ehepartner bei ihr versichert sind (IKK Gesund Plus und Knappschaft). Andere Kassen gewähren Extraleistungen auch, wenn nur ein Partner dort versichert ist, so verfährt z.B. die Bergische KK (Auflistung siehe Finanztest 04/2014). Individuelle Anfragen sind sinnvoll.

In Einzelfällen wurde bereits eine Kostenübernahme bei künstlicher Befruchtung gleichgeschlechtlicher (verheirateter) Paare übernommen. Generell gilt jedoch auch hier noch, dass die Kosten für die Samenübertragung mit Spendersamen weder von gesetzlichen noch von privaten Krankenkassen übernommen werden.



Unterschiede in der Flexibilität der Krankenkassen führen zu einem regen Wechsel der Versicherten ein Wechsel der Krankenkasse kann also sinnvoll sein. Aber auch die spontane Heirat ist eine Folge der bisher strikten Regelung durch die Versicherungen. Am 13.06.2014 hat das Berliner Landessozialgericht entschieden, dass Unverheirateten keine Kostenübernahme durch die Krankenkassen zusteht. Die anklagende BKK VBU kündigte an, gegen das Urteil in Revision gehen zu wollen.



Sollte ein Paar z.B. aufgrund des Alters zur Selbstzahlung verpflichtet sein, kann sie die Ausgaben in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen angeben und zumindest einen Teil zurück erstattet bekommen. Dies gilt mittlerweile auch für nicht verheiratete Paare und beim Einsatz einer Samenspende.



Die Kostenübernahme für Privatversicherte gestaltet sich nach dem sog. Verursacher-Prinzip (BGB). Sollte beispielsweise eine Spermieneinschränkung des privat versicherten Mannes eine ICSI notwendig machen, übernimmt seine Versicherung auch die anfallenden Kosten für die Partnerin. Bei privat versicherten Patienten ist die Kostenübernahme nicht streng abhängig vom Alter oder der Eheschließung, hier wird individuell entschieden. Voraussetzung ist bei der privaten Krankenversicherung also eine organische Ursache der Unfruchtbarkeit. Bei Erfolgsaussicht werden bis zu 6 Versuche von der privaten Krankenversicherung übernommen. Es ist ratsam, die Kostenübernahme vor Beginn einer Behandlung individuell mit der Kasse zu erörtern.

Sind die Ehepartner in unterschiedlichen Versicherungssystemen versichert (gesetzlich vs. privat) und verheiratet, so zahlt immer die gesetzliche Versicherung der Frau. Die private Versicherung zahlt unabhängig vom Partner nur, wenn die versicherte Frau oder der versicherte Mann der Verursacher der Kinderwunschbehandlung darstellt (Kausalitätsprinzip BGB) und die Erfolgsaussichten gut sind ( > 15% Schwangerschaftsraten).



Kinderwunsch Kostenübernahme der Krankenversicherung

Infoabends 2. Halbjahr 2014

Unsere Patienten-Infoabende im 2. Halbjahr 2014, jeweils dienstags um 19:30h



02.09.2014 23.09.2014 14.10.2014 28.10.2014 18.11.2014 09.12.2014

im Kinderwunsch-Zentrum Stuttgart, Praxis Villa Haag Herdweg 69 70174 Stuttgart

Patienten können sich hier direkt anmelden.



NEWSLETTER 1/2014

Kinderwunsch und Fertiprotektion
Informationen und Neuigkeiten aus dem Kinderwunsch-Zentrum Stuttgart, Praxis Villa Haag
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

immer mehr Frauen wollen beruflich erfolgreich sein und - nach sozialer Absicherung und Positionierung - eine Familie gründen. Auf dem Weg dorthin verspricht das Leben nicht immer den richtigen Partner, so dass eine Planbarkeit, ein Anhalten der biologischen Uhr, zunehmend in das Interesse dieser Frauen tritt. Mittlerweile ist es möglich, nach hormoneller Stimulation Eizellen zu gewinnen und bei -196°C tief gefroren zu konservieren, um sie später befruchtet in utero zurück zu setzen. Auch Eierstocksgewebe kann kryokonserviert und später retransplantiert werden.

Historisch gehen die Techniken der Kryokonservierung bis in die frühen 80er Jahre zurück. Mit der Verbesserung der Krebsbehandlungen durch Strahlen- und Chemotherapie rückte der Erhalt der Fruchtbarkeit dieser Patientengruppe in den Mittelpunkt. Einfrieren von Gonaden, Eizellen und Samenzellen in diesem Zusammenhang wurde erfolgreich etabliert (siehe www.fertiprotekt.de). Im Rahmen der Entwicklung der Eizellspende wurde weltweit die Methode des Einfrierens unbefruchteter Eizellen etabliert (Vitrifikation).

Die Erfindung der Pille durch Djerassi in den 60er Jahren war ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der Frau im 20sten Jahrhundert. Sexualität und Reproduktion wurden entkoppelt und der Entscheidungsspielraum für die Paare und insbesondere für die Frau wurde erweitert. Bis heute ist die Pille in den westlichen und östlichen Industrienationen das am häufigsten verwendete Mittel zur Verhütung einer Schwangerschaft. Mit der Einführung der Antibabypille ist ein markanter Abfall der Geburtenraten in vielen Industrienationen zu beobachten, der oft als sog. Pillenknick bezeichnet wird.

Mit Einführung der Pille wurde jedoch vergessen, dass sich die Reproduktionsphase auf natürliche Weise weder erneuern noch verschieben lässt. Die Fruchtbarkeit als altersabhängige Größe beruht auf der Anzahl genetisch intakter Eizellen. Ab dem 20. Lebensjahr nimmt die Fruchtbarkeit bereits ab. Dieses Zusammenspiel führt dazu, dass immer weniger Frauen rechtzeitig die Familienplanung realisieren. Berufsausbildung, berufliche Tätigkeiten, Partnerwahl und Lifestyle wie Reisen und Hobbys verlagern den Kinderwunsch immer weiter nach hinten. Die einzige Lösung dieses Problems ist entweder die Umstellung der Lebensplanung oder das Social Freezing.

www.socialfreezing-stuttgart.de

Zusammenfassend kann man sagen,
dass es ein Vielzahl von Situationen gibt,
in denen vorsorglich genetisches Material
asserviert werden kann.
Wir nennen dies Prospective Freezing (PROF)
(siehe rechts).



In den letzten 20 Jahren gab es auf
diesem Sektor enorme Fortschritte,
die stetig weiter entwickelt werden

(siehe unten):
Prospective Freezing (PROF)

Social Freezing (SOF)
1: Modell der Lebensversicherung (20-25 LJ)
2: Alter, Karriere (30-35 LJ)
3: Partner-Mangel (30-35 LJ)

Disease Freezing (DSF)
1: Chronische Erkrankungen (z.B. Lupus)
2: Krebs, Chemotherapie, Radiatio
3: Eierstockserkrankungen (z.B. Endometriose)
4: Gebärmuttererkrankungen
5: Genetische Erkrankungen (z.B. Turner)

Methoden der Fertiprotektion

Bei der Frau

1. GnRH-Analoga als Therapie

2. Verlagerung der Ovarien aus dem Bestrahlungsfeld bei Radiatio

3. Stimulation und Eizellgewinnung (SOF)

Vitrifikation von unbefruchteten Eizellen

Slow Freezing von 2PN-Eizellen

→ Späterer Kryo-Embryotransfer

4. Eierstock-Teilentfernung + Kryokonservierung → Gezielte Re-Transplantation von Eierstocksgewebe in das Rest-Ovar oder in eine Peritonealtasche (FertiPROTEKT)

→ Spontangravidität

→ ICSI-Gravidität

5. Eierstock-Entfernung + Kryokonservierung → Gezielte Re-Transplantation von ganzen Ovarien (Tiermodell)

6. Stammzelltherapie als zukünftige Therapieoption (Tiermodell)

Beim Mann

1. Kryokonservierung → Ejakulat, Spermien

2. Kryokonservierung → Hodengewebe mit Spermien zur späteren Re-Transplantation

3. Stammzelltransplantation als zukünftige Therapieoption (Tiermodell)